an-online: Aachener Nachrichten - Euregio

25.02.2003 | 07:57 Uhr

Bislang müssen Züge mit 20 km/h über die Brücke schleichen

Dickere Pfeiler fürs Moresneter Viadukt

Moresnet (an-o/azu) - Ein Stahlmantel umhüllt derzeit die Pfeiler der spektakulären Eisenbahnbrücke in Moresnet. Stärker, größer und tragfähiger soll das Viadukt nach der Renovierung 2005 sein.

25 Millionen Euro wird die Sanierung der höchsten Eisenbahnbrücke in Belgien bis dahin gekostet haben. Schon lange war die Brücke nicht mehr besonders sicher, die täglichen Güterzüge schlichen mehr als sie fuhren.

Maximal 20 Kilometer pro Stunde waren dem Lokführer auf dem Viadukt erlaubt - 2005 dürfen es wieder 40 km/h mehr sein. Gebaut haben die Strecke übrigens die deutschen Besatzer im ersten Weltkrieg, um einen Verbindungsweg zwischen dem Ruhrgebiet und dem Hafen von Antwerpen zu schaffen. Die meisten Arbeiter waren russische Kriegsgefangene, die dort immer ihre Kraft und oft auch das Leben ließen.

In einer Geschichte heißt es, dass die russischen Arbeiter, die während des Brückenbaus gestorben sind, in dem Beton der Brückenpfeiler begraben wurden. deswegen, so geben die heutigen Bauarbeiter an, wären sie beim Bohren besonders vorsichtig. An den alten Pfeilern müssen sie das neue Stahlgerüst befestigen, dass dann mit Beton aufgegossen wird. Trotz makaberer "Histörchen" ist ein Blick auf die 1300 Meter lange Brücke in der Nähe von Vaals eine Reise wert. Wegen der bezaubernden Landschaft drumherum, haben die Aachener Rollerfreunde auch eine Tourenroute mit Station in Moresnet ausgetüftelt, die im Internet abrufbar ist.

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